• Zu Gast im Tea-Room Sprenger

    Innenraum Tearoom Sprenger, Fricktaler Museum Rheinfelden, FMR Fo.00486

    Café Sprenger – das hiess schlichte Eleganz: Korbstühle und Sofas, gruppiert um grössere und kleinere Tischchen, hinterfangen von eindrücklichen Wandmalereien! Kurgäste wie Einheimische gönnten sich ab den 1920ern Jahren in diesem symmetrisch gestalteten und geschmackvoll eingerichteten Tea-Room an der Marktgasse 21 die köstlichen Törtchen des Rheinfelder Konditors Josef Sprenger (1887–1938).

    Der Architekt Heinrich A. Liebetrau (1886–1953) baute die Liegenschaft "zum goldenen Löwen" 1919/1920 zu einem Wohnhaus mit Kaffeewirtschaft um: Das bestehende Ladenlokal wurde dabei erweitert und mit einer neuen Schaufensterfront ausgestattet, in den Obergeschossen drei neue Wohnungen und eine grosse Waschküche eingerichtet – und ganz exklusiv: Hinter der ebenerdigen Bäckerei lud neu ein Tearoom zum Genuss von Kaffee, Tee und Patisserie ein.

    Übrigens, unsere Postkarte mit der Aufnahme des Cafés wurde am 12. August 1922 von Alfred Mauch (*1897, Todesjahr nicht bekannt), seinem älteren Bruder Albert Mauch (1896–1989) zugeschickt. Der 26-jährige Albert absolvierte zu diesem Zeitpunkt den Wiederholungskurs des Militärs in Baden. Dolf, wie der jüngste Mauch-Sohn gerufen wurde, informiert Albert, dass er "Falls Du über Sonntag heimkommst so reise erst Sonntag abends ab. Gehst extra auch Marly besuchen? Habe eine Zimmeraufnahme gemacht im Spital & sie gelang. Herzl. Gruss". Über Albert Mauchs Tochter, Elisabeth Küng-Mauch (*1931), gelang sie in unsere Sammlung. Das Wirken Albert Mauchs in Rheinfelden und seine Bedeutung für die Geschichte des Städtlis sind jedoch eine andere Geschichte.

    FMR Fo.00486
    1922