• Werbe-Radfächer vom Rheinfelder Hôtel des Salines, um 1900, FMR G.181, Fricktaler Museum Rheinfelden

    Fächer als Werbeträger

    Der aufklappbare Radfächer aus Papier stammt aus der Zeit um 1900. Er ist mit einem Käfer und Nelkenmotiv verziert und trägt auf der Rückseite den Schriftzug "Grand Hôtel des Salines Rheinfelden". Als Werbeträger verweist er auf eines der bedeutendsten Hotels der Kurstadt Rheinfelden.

    Das Grand Hôtel des Salines entstand, nachdem Josef Viktor Dietschy (1847–1922) 1882 eine am Rhein gelegene Badewirtschaft erworben und zu einem modernen Hotel umgebaut hatte. Am 20. Juni 1882 wurde der Betrieb eröffnet. Durch mehrere Erweiterungen und Modernisierungen entwickelte sich das Haus zum grössten Hotel Rheinfeldens. Ab1907 verfügte das Grand Hôtel des Salines über Zimmer mit integrierten Badezimmern: So konnten die Gäste Solebäder direkt angrenzend an ihr Zimmer einnehmen – ein aussergewöhnlicher Komfort für die damalige Zeit. Bis zu seiner Schliessung im Jahr 1963 prägte das Hotel die Entwicklung Rheinfeldens als Kur- und Tourismusort nachhaltig

    Die Verwendung eines Fächers ist vielfältig: Zeigen die ältesten Darstellungen Palm- oder Lotusblätterwedel, Gebinde aus Tierhaaren, Federn oder Stroh, mit denen den Herrschaften Luft zugefächert und lästige Insekten abgewehrt wurden, galten die späteren auf Damenporträts anzutreffenden Handfächer – vor allem Rad-, Fahnen- oder Federfächer – als weibliche Statussymbole. Im 16. Jahrhundert gelangte der Faltfächer aus Ostasien nach Europa und verbreitete sich rasch.

    Seit dem 18. Jahrhundert wurden Fächer zunehmend als Werbeträger für Unternehmen genutzt. Gleichzeitig waren die Fächer nun auch für das aufstrebende Bürgertum erschwinglich und nicht länger ausschliesslich dem Adel vorenthalten. Gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebten die Werbefächer ihre grösste Verbreitung. Auch der vorliegende Fächer lässt sich in diesen Zusammenhang einordnen und verbindet auf anschauliche Weise Gebrauchsgegenstand, Modeaccessoire und Werbemittel.

    Um 1900
    FMR G.181