• Das Miniaturbildnis von Johann Baptist Ignaz Anton Fischinger (1768–1844)

    Miniaturbildnis von Johann Baptist Ignaz Anton Fischinger (1768–1844), um 1800, FMR D.563, Fricktler Museum Rheinfelden

    Das Brustbild zeigt den Juristen und Politiker Johann Baptist Ignaz Anton Fischinger im Dreiviertelprofil mit gepuderter, im Nacken gebundener Frisur sowie zeitgemässer Kleidung aus Frack und Weste. Der neutrale Hintergrund und die schlichte Ausführung setzen seine Persönlichkeit in den Fokus und verleihen dem Porträt einen unprätentiösen, privaten Charakter.

    Fischinger studierte in Freiburg im Breisgau Philosophie und Rechtswissenschaften. Er war letzter Oberamtmann des habsburgischen Oberamtes Rheinfelden und führte nach 1803 die Verwaltung im aargauischen Bezirk Rheinfelden weiter. Er wirkte als Mitglied des Grossen Rates (1808–1831), als Gesandter an der Tagsatzung (1811, 1814), Bezirksgerichtspräsident (bis 1831) und katholischer Kirchenrat. Zudem war er Mitbegründer der Rheinfelder Bezirksschule und präsidierte lange deren Schulrat.
    1803 erwarb Fischinger das Bürgerrecht von Mumpf, 1814 auch jenes von Rheinfelden. Der Überlieferung nach habe er den Bach zwischen Mumpf und Schupfart gepachtet – er galt als „em Fischinger si Bach“. Auch wenn die Akten dazu keine eindeutigen Angaben liefern, erinnert man sich noch heute mit den Namen Fischingertal und Fischingerbach an die bekannte Fricktaler Persönlichkeit.

    Die Miniaturmalerei hatte im 18. und frühen 19. Jahrhundert eine besondere soziale und persönliche Bedeutung. Sie war nicht nur eine verkleinerte Form des repräsentativen Porträts, sondern vor allem ein intimes Erinnerungsstück, das nahestehenden Menschen Trost spenden konnte. Solche Bildnisse wurden getragen, verschickt oder in Etuis aufbewahrt und dienten meist privaten Zwecken. Fischingers Porträt in einem schlichten Holzrahmen war daher wohl für den privaten Raum bestimmt – vermutlich als persönliches Andenken für seine Gattin.

    Um 1800
    FMR D.563