
Diese zwischen 1912 und 1918 hergestellte Rechenmaschine trägt den Namen Conto (ital. für "Rechnung"). Tatsächlich konnte man mit dieser Rechenmaschine ausschliesslich addieren, weshalb es sich streng genommen um eine aus Metall gefertigte Addiermaschine handelt.
Die Maschine verfügt über zehn Zifferkreise, die alle mittels eines Zeigers betätigt werden können. Die Bedienung erfolgt direkt mit den Fingern. Ähnliche Rechenmaschinen aus dieser Zeit besassen einen Stift, mit dem man in die vorgefertigten Löcher greifen und so die gewünschte Zahl nach unten ziehen konnte (Scheibenaddiermaschine).
Bei der Conto erscheint das Resultat links oberhalb der entsprechenden Einstellscheibe als Ziffer. Die Zeiger lassen sich lediglich nach links drehen, sodass fehlerhafte Eingaben nicht korrigiert werden können. Wird der oben links an der Maschinenkante angebrachte dreieckige Schieber nach links gezogen, setzen sich alle Einstellzeiger automatisch auf Null zurück.
Der italienische Name könnte vermuten lassen, die Produktion der Handaddiermaschine wäre in Italien erfolgt. Das ist falsch, denn in Wahrheit ist unsere Rechenmaschine eine echte Schweizerin, die in drei Modellen hergestellt worden ist.
Karl Karasek und Johannes Aumund zwei Schweizer Ingenieure – entwickelten zu Beginn des 20. Jahrhunderts diese Zahnscheiben-Addiermaschine und beantragten 1906 das erste Patent auf das Modell A.
Vier Jahre später übernahm Carl Landolt (1869–1923) die Firma für die Fabrikation und den Handel mit Rechenmaschinen. Der in Thalwil bei Zürich ansässige Betrieb profitierte von Landolts Erfahrung: Nach dem Gymnasium arbeitete er 15 Jahre als Statistiker in verschiedenen Schweizer Städten – darunter Basel, Bern, St. Gallen, Winterthur und Zürich. Im Juli 1912 meldete Landolt schliesslich seine Weiterentwicklung, die Conto Modell B, zum Patent an.
Eine Offerte vom 30. Juli 1918 dokumentiert, wie die Firma C. Landolt der Rheinfelder Stadtkasse (heute Finanzverwaltung), die bereits das Modell B in Gebrauch hatte, das neue Modell C versuchte schmackhaft zu machen. Darin erläuterte Landolt die Weiterentwicklungen im Detail: Der Widerstand bei der Zeigereinstellung sei nun vollständig beseitigt, was die Bedienung erheblich erleichtere. Zudem liessen sich die Zeiger erstmals frei vor- und zurückdrehen, sodass Eingabefehler einfach korrigiert werden konnten. Auch die leicht nach vorne geneigte Deckplatte trage zu einer komfortableren Handhabung bei.
Der Preis für eine zehnstellige Conto Conto Mod. C lag 1918 bei 725 Franken, die achtstellige Ausführung bei 555 Franken. Zum Vergleich: Ein Kilogramm Brot kostete im Jahr 1918 70 Cent, ein Liter Milch 33 Cent. Angesichts der Tatsache, dass die Conto ausschliesslich addieren konnte, erscheint sie aus heutiger Sicht als ausgesprochen kostspielig. Ob die Rheinfelder Stadtkasse auf das Angebot einging, ist nicht bekannt. Auf der letzten Seite der Offerte listet Carl Landolt einige Firmen auf, welche die Addiermaschine "schon viele Jahre im Gebrauch haben", woraus ersichtlich wird, dass die Conto beinahe in der ganzen Schweiz gebraucht wurde.
Die Conto überzeugte damals vermutlich auch wegen ihres rechteckig-linealförmigen Aussehens. So konnte sie – trotz ihres Gewichts von fast zwei Kilogramm – einfach mitgetragen werden und war im Arbeitsalltag praktisch in der Anwendung.
Zwischen 1912 und 1918
FMR A.082